Das Leben in Uganda ist ganz anders - ein Erfahrungsbericht
Vor kurzem erreichte uns die Nachricht von der Hebamme Nadine über den Alltag und das Leben in Uganda. Sie berichtet von den Menschen, dem Land und Klima und dem großen Stellenwert von Familie und Kindern. Außerdem geht sie auf die Situation des Wickelns von Babys ein und gibt einen Einblick, wie der Umgang mit Windeln in Uganda aussieht. Nadine lebt zur Zeit vor Ort und kennt sich dort sehr gut aus.
Afrika - Leben nahe des Äquators
Das Leben in Uganda ist ganz anders und deshalb auch so schwer zu vergleichen mit dem Leben in Deutschland. Die Erde ist rot, der Himmel ist meistens wunderschön hellblau und wenn die Sonne strahlt, dann mit voller Wucht.
Da Uganda direkt am Äquator liegt, ist es immer ab 7:00 Uhr hell und gegen 19:00 Uhr wird es dunkel. Es gibt nur zwei verschiedene Jahreszeiten: Regenzeit und Trockenzeit. Die Regenzeit ist geprägt von starkem Niederschlag über Tage hinweg. Die Straßen, die meistens nicht geteert sind, sondern nur geschottert, bekommen riesige Löcher. Das Autofahren wird dadurch zu einem echten Abenteuer. In der Trockenzeit regnet es selten, alles ist dürr und der Staub ist wirklich überall zu finden.
Armut und Lebensfreude
Uganda gehört mit zu den ärmsten Ländern Afrikas und das trotz der reichen Bodenschätze und des fruchtbaren Bodens. Das Leben der Menschen ist oft hart und die meisten von ihnen sind Tagelöhner, das heißt, sie leben von dem, was sie täglich verdienen.
Aber die Menschen sind so so fröhlich. Feste werden ausgiebig gefeiert - mit viel Tanz und Musik. Und Kinder gehören überall dazu!
Die Bedeutung der Kinder in Uganda
Die meisten Familien haben sehr viele Kinder. Sie werden als Segen gesehen und dienen gleichzeitig auch als “Altersvorsorge”.
Vor allem in den Dörfern ist die Haupteinkommensquelle der eigene Garten. Die Menschen gehen schon früh morgens in den Garten, um die Erde zu bewirtschaften.
Dadurch, dass die Familien oft viele Kinder haben, ist es zumeist so, dass sich die großen Kinder um die Kleinen kümmern. So sieht man nicht selten ein sechsjähriges Kind mit dem kleinen Geschwisterchen auf dem Rücken. Von klein auf lernen die Kinder im Alltag mitzuhelfen. Sei es Wasser vom Brunnen holen, Geschirr spülen oder Putzen. Gespielt wird mit Dingen, die man halt so findet: leere Flaschen, alte Reifen, Stöcke, etc.
Nicht selten wachsen die Kinder nicht bei den Eltern auf, sondern bei einer Tante oder der Oma, da die Eltern oft arbeiten. Häuser oder Räume sind in der Regel sehr klein und so findet das Leben hauptsächlich draußen statt. Es wird draußen gekocht, gespielt und einfach gelebt.
Hygieneartikel und Windeln sind Luxus
Da viele Ugander von dem leben, was sie am Tag verdienen, sind Hygieneartikel, wie Windeln, Luxusgüter. Weil das Leben sowieso draußen stattfindet, tragen die wenigsten Kinder eine Windel.
Wenn die Babys noch ganz klein sind, werden sie mit einer Art Mullwindel gewickelt und auf eine Plastikfolie gelegt, damit der Urin oder Stuhlgang nicht auf die Unterlage oder Matratze gelangt.
Es gibt fast an jeder Ecke kleine Shops, die Snacks, Lebensmittel oder auch Windeln verkaufen. Aber so gut wie niemand kann sich einen ganzen Pack Windeln leisten. Deshalb werden die Windeln einzeln verkauft. So wird z.B. eine Windel gekauft, wenn man einen Termin hat und länger unterwegs ist.
Ein Erfahrungsbericht aus Uganda
Das Leben ist anders, aber auf seine Art wunderschön. Die Familie steht im Vordergrund, Kinder sind immer willkommen und auf Materielles wird nicht geachtet.
- Danke für diese Einblicke!