Wie oft Windeln wechseln - unsere Leitlinien für eine gesunde und entspannte Routine

Bis man im neuen Alltag mit Baby gewisse Routinen entwickelt hat und als Familie ein eingespieltes Team ist, dauert es sicherlich eine Weile. Seien es Mutter, Vater oder auch die Geschwisterkinder. Für alle ist die Situation mit einem Neugeborenen neu und jeder muss sich erst einmal in der neuen Rolle einfinden.

Auch wenn es sich nicht um das erste Kind in der Familie handelt, begegnen euch dennoch neue Herausforderungen. Denn jedes Lebewesen hat eine eigene Persönlichkeit und einen eigenen Rhythmus, der sich in ein bestehendes Konstrukt eingliedern muss und an welchen sich bestehende Familienmitglieder neu anpassen müssen.

Dabei geht es um ganz normale Alltagsthemen wie Essen, Schlaf, soziales Miteinander und auch Hygiene. 

Tips von uns für euch als Eltern

Wir wissen, dass solche Anpassungen schwierig sein können und dass man dementsprechend als Elternteil oft froh ist, gute und ernst gemeinte Ratschläge an die Hand zu bekommen. Deshalb widmen wir uns in diesem Blogartikel dem Thema Windelnwechseln und geben euch Leitlinien, an denen ihr euch entlanghangeln könnt und die euch das Leben vielleicht ein bisschen leichter machen. 

Wie oft muss ich Windeln bei Neugeborenen wechseln?

Wie bereits erwähnt, hat jedes Baby einen völlig eigenen Rhythmus. Was bei anderen Kindern der Fall ist, kann bei deinem Kind ganz anders sein.
Allgemein ist es so, dass die Abstände kürzer werden dürfen, je älter dein Baby wird. Bei Neugeborenen gilt ein Richtwert von 2 - 3 Stunden.

 

Wie oft brauchen Babys eine frische Windel?

Während Neugeborene häufiger Urin ausscheiden und deshalb ein Wechselrhythmus von 2-3 Stunden empfohlen wird, reicht es bei Babys ab ca 2 Monaten, wenn du das Wechselintervall auf alle 3-4 Stunden hochschraubst.

 

Wie lange darf Stuhlgang in der Windel bleiben?

Diese Richtwerde gelten allerdings nur, wenn es sich lediglich um Urin in der Windel handelt. Sobald dein Baby Stuhl in der Windel hat, solltest du diese so schnell wie möglich wechseln. Wenn sich zu lange Stuhl in der Windel befindet, besteht eine höhere Gefahr eines wunden Pos. Aber auch wenn dein Baby zu lange in einer durch Urin feuchten Windel sitzt, kann es zu Windeldermatitis kommen, was sehr unangenehm und schmerzhaft für die Kleinen ist. 

Ab wann stört Babys eine volle Windel?

Es gibt Anzeichen von deinem Baby, die dir oder euch als Eltern Hinweise dafür geben, ob es gerade in die Windel macht oder ob es sich nicht mehr wohlfühlt und eventuell eine frische Windel braucht. Diese Anzeichen sind von Kind zu Kind unterschiedlich und auch unterschiedlich stark ausgeprägt. Hier listen wir einmal klassische Anzeichen auf, auf die du oder ihr mal versuchen könnt zu achten:

  • Unruhiges oder weinerliches Verhalten
  • Geruch der Windel
  • Überstrecken des Körpers
  • Zappeln
  • Mimik und Gestik (Drücken, Schütteln) 
  • Windel fühlt sich prall und nass an

Ihr seid die Experten für eure Kinder und kennt sie am besten. Beobachtet sie und versucht Muster im Verhalten zu erkennen. So fällt es euch irgendwann leichter, entsprechend zu reagieren. Macht euch allerdings auch nicht zu viel Druck oder Stress, irgendwann kommt es von ganz alleine und ihr wisst am besten, was euer Baby braucht.

 

Unterschied zwischen Stoffwindeln und Wegwerfwindeln

In Bezug auf Stoffwindeln ist es so, dass du natürlich weniger Saugmaterial in der Windel benötigst, je häufiger du sie wechselst. Damit entsteht nicht der klassische dicke Windelpo, der für die Kleinen oft störend sein kann, sondern die Windel sitzt ganz normal und dein Baby kann sich ganz ungehindert bewegen.

Bekannte Hersteller für Wegwerfwindeln werben häufig mit bis zu 12 Stunden Trockenheit durch einen starken Saugkern in der Windel. Klingt erstmal verlockend, allerdings besteht dieser Saugkern überwiegend aus Chemie, was nicht gesund ist für die junge Babyhaut und auch einen unangenehmen Geruch mit sich bringt. Außerdem staut sich natürlich auch trotz trockenem Gefühl der Urin in der Windel. Dadurch entsteht langfristig ein feuchtes und warmes Milieu in der Windel, was schneller zu einer Windeldermatitis führen kann. Künstlichen Materialien in Wegwerfwindeln machen diese weniger atmungsaktiv, was zusätzlich zu allerlei Reizungen und Ausschlägen führen kann. Dadurch ist es sogar ratsamer, Wegwerfwindeln häufiger zu wechseln als Stoffwindeln.

Durch das Tragen von Stoffwindeln lernt dein Baby seinen Körper auch viel besser kennen, da ihm kein Gefühl von Trockenheit vorgegaukelt wird, sondern die Feuchtigkeit spürbar ist. Somit kann dein Kind dich darauf aufmerksam machen, da es sich nicht gerade angenehm anfühlt und das Bedürfnis nach einer frischen Windeln besteht.

Grundsätzlich sollte es also nicht das Ziel sein, so lange wie möglich keine Windel wechseln zu müssen, da dies definitiv nicht angenehm und auch nicht gerade förderlich für dein Baby ist. Natürlich gibt es Sondersituationen, in denen es in Ordnung ist, wie z.B. nachts oder unterwegs. 

Wie oft sollte ich mein Baby nachts wickeln?

Wenn euer Baby noch klein ist, werdet ihr nachts regelmäßig wickeln müssen. Da der Verdauungstrakt noch nicht ganz ausgereift ist, machen Neugeborene meistens nach jeder (Still-)mahlzeit in die Windel. Damit der sogenannte Muttermilchstuhl nicht zu einer Windeldermatitis oder anderen Reizungen führt, sollte die Windel direkt gewechselt werden. Auch für das Wohlbefinden deines Babys ist das wichtig. Denn mit einer vollen Windel lässt es sich wahrscheinlich nicht mehr so ruhig schlafen.

Aber keine Sorge, das ist nur in den ersten 3-6 Monaten der Fall und danach wird dein Baby sein großes Geschäft nicht mehr unbedingt nachts erledigen, was dann hoffentlich wieder zu ruhigeren Nächten führt.
Urin scheiden Babys allerdings weiterhin noch unkontrolliert nachts aus und da kommt es wieder ganz auf dein Kind selbst an. Wenn es ruhig schläft, dann lass es auch ruhig schlafen und störe es nicht unnötig mit dem Wickeln. Wenn es allerdings unruhig wird oder nicht mehr in den Schlaf findet, dann wickel dein Baby in einer ruhigen Atmosphäre. Mach es dir nachts so einfach wie möglich und bereite am besten abends schon alles vor, damit alle wieder schnell und ruhig einschlafen können. Gut wäre auch ein kleines, dimmbares Licht, damit die nächtliche Atmosphäre nicht zu doll gestört wird.

 

Baby unterwegs wickeln - Tipps und Tricks

Eine weitere Sondersituation wie das nächtliche Wickeln, ist das Wickeln unterwegs. Wenn ihr unterwegs seid, z.B. mit dem Flugzeug oder auch mit dem Auto, dann werdet ihr mit großer Wahrscheinlichkeit nicht so häufig wickeln, wie zu Hause. Unterwegs ist es oft etwas schwieriger als zu Hause, denn man hat nicht so viel Platz und nicht alles ist an Ort und Stelle wie gewohnt. Damit ihr aber trotzdem so unkompliziert wie möglich wickeln könnt, ist Vorbereitung das A und O. Habt immer genügend Windeln dabei, denn es kann natürlich auch mal etwas daneben gehen. Gerade wenn man auf Reisen ist und sich die Ernährungsgewohnheiten umstellen oder vielleicht sogar noch Zeitverschiebung eine Rolle spielt, kann sich das schnell auf die Verdauung auswirken. Also genügend Windeln, Waschlappen und auch nicht zu vergessen Wechselklamotten immer dabeihaben!

Falls ihr mit Stoffwindeln wickelt, ist es wichtig, einen oder mehrere Wetbags dabeizuhaben, wo die schmutzige Wäsche transportiert werden kann.

Windelfrei für gesunde Babyhaut

Wie ihr seht, müsst ihr ganz und gar auf euer Baby und euch hören und mithilfe unserer Leitlinien eine eigene Wickelroutine entwickeln. Regelmäßiges Windelwechseln ist wichtig für die Gesundheit und den Komfort eures Kindes, denn Windeldermatitis und andere Reizungen werden oft durch zu seltenes Wickeln verursacht. Wenn ihr die Signale eures Kindes wahrnehmt und versteht und damit regelmäßig wickelt, ist das das Einfachste und Effektivste gegen jegliche Hautreizungen im Windelbereich.

Aber auch deinem Baby ab und zu die Möglichkeit zu geben, windelfrei zu sein und es nackig strampeln oder herumkrabbeln zu lassen, ist sehr ratsam. So kann die zarte Babyhaut zwischendurch mal frei atmen und bekommt eine Pause von einem so oft warmen und feuchten Milieu.

Falls der Windelbereich bereits wund oder von einer Windeldermatitis befallen ist, sind windelfreie Zeiten besonders wichtig, damit sich die Haut regenerieren kann und es deinem Baby bald wieder besser geht.
Natürlich könnt ihr eurem Kind auch jederzeit das Töpfchen anbieten oder versuchen es abzuhalten. Wenn ihr ein Signal erkennt und wisst, euer Kind muss mal, dann probiert es doch einfach mal aus und vielleicht spart ihr euch dadurch das ein oder andere Wickeln.

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