Alles rund um das Wochenbett

 

WAS?

Das Wochenbett beginnt unmittelbar nach der Geburt der Plazenta und beschreibt im Allgemeinen die erste Zeit nach der Geburt eures Kindes. Es wird in zwei Abschnitte aufgeteilt, und zwar einmal das Früh- Wochenbett, welches die ersten 10 Tage nach der Geburt umfasst, und daran anschließend das Spät- Wochenbett, was bis zu 8-12 Wochen dauern kann. Es ist so wichtig, das Früh- Wochenbett explizit abzugrenzen und separat zu betrachten um seine Wichtigkeit zu betonen.  In diesen ersten 10 Tagen kommen nämlich sehr große Veränderungen auf euch zu, sowohl körperlich als auch seelisch. Seelisch vor allem aufgrund der Hormone, die sich von Schwangerschaftshormonen auf Stillhormone umstellen. Zum anderen natürlich auf körperlicher Ebene, da die Gebärmutter sofort beginnt sich zurückzubilden und die Wundheilung von entstandenen Geburtsverletzungen eintritt. Nicht zu vergessen die allerwichtigste  und größte Veränderung: ihr habt ein neues Familienmitglied dazu gewonnen, vielleicht ja sogar euer erstes Kind und somit beginnt ein neuer aufregender und wunderschöner Lebensabschnitt für euch als Familie.

 

WARUM?

Das Wochenbett heißt nicht umsonst Wochenbett. Es ist tatsächlich dafür gedacht, dass frisch gebackene Mütter (und auch Partner:innen) diese Zeit hauptsächlich mit ihrem Neugeborenen im Bett verbringen. Um es konkret zu machen, fassen wir den Aufbau des Wochenbetts in einer Faustregel zusammen, die sich bewährt hat:

1 Woche im Bett, 1 Woche ums Bett, 1 Woche im Haus, 1 Woche ums Haus

Das hört sich erst einmal viel an und ihr könnt es euch vielleicht nicht vorstellen, so viel Zeit im Bett und zu Hause zu verbringen. Es ist aber sehr wichtig, sich als Frau, aber vor allem auch als Familie diese Zeit zu nehmen. Denn ihr dürft nicht unterschätzen, mit welchen Veränderungen euer Körper zu tun hat. Aber vor allem dürft ihr auch nicht unterschätzen, wieviel Aufmerksamkeit ihr eurem neuen Familienmitglied schenken werdet. Ihr müsst euer Baby erst einmal kennenlernen, wollt es womöglich ununterbrochen anschauen und feststellen, welch ein Wunder ihr vollbracht habt. Außerdem braucht es ein wenig Zeit ihre oder seine Bedürfnisse zu verstehen und zu wissen, was euer Baby gerade von euch braucht. Denn auch ihr müsst eure neuen Rollen als Eltern und, wenn man so möchte, eure neuen Rollen als Versorger:in erst einmal erlernen und da hineinwachsen. Es geht also neben der Regeneration eures Körpers auch darum, eure Eltern- Kind- Beziehung aufzubauen.

Zu den größten körperlichen Veränderungen gehören die Rückbildung der Gebärmutter und das Verheilen von Geburtsverletzungen. Es ist euer Körper und er hat während der Schwangerschaft, aber vor allem unter der Geburt sehr viel geleistet. Gönnt ihm also jetzt die wohlverdiente Ruhe, um sich davon zu erholen. Die Gebärmutter beginnt sofort sich zurückzubilden und hat schon nach ungefähr einer Woche wieder ihre ursprüngliche Größe und ihren ursprünglichen Platz im Becken erreicht. Dabei solltet ihr sie unterstützen, indem ihr euch so wenig wie möglich bewegt und viel ruht.

Nicht zu vergessen ist das Stillen. Vielleicht ist es euer erstes Kind und ihr habt noch nie gestillt, vielleicht ist es aber auch euer zweites, drittes oder viertes Baby. Nichtsdestotrotz seid ihr ein neues Team und müsst euch einander nähern und einspielen. Das braucht anfangs etwas Übung und auch Nerven, denn eure Brüste sind diese Belastung nicht gewohnt und es wird seine Zeit dauern, bis es zur Routine wird. Aber auch da, nehmt euch die Zeit dir ihr braucht und bleibt stark und tapfer!

 

WIE?

Um eine innige Beziehung aufzubauen, bedarf es viel Hautkontakt. Euer Baby liebt die Nähe zu euch, euren Körperduft und die Wärme und Sicherheit, die es in eurer Nähe verspürt. Kuschelt euch also gemeinsam (am besten nackig) ein und genießt diese Anfangszeit ganz bewusst miteinander.

Da euer Baby noch keinen Tages- und Nachtrhythmus kennt, wird es auch tagsüber viel schlafen. Diese Zeit solltet ihr auch nutzen, die Augen mal zu schließen, denn auch ihr benötigt viel Schlaf, um euch zu erholen. Dinge wie Haushalt oder andere Alltagspflichten können dann erstmal liegenbleiben und das gilt auch für den frisch gebackenen zweiten Elternteil. Dieser soll natürlich auch die meiste Zeit mit seiner neuen Familie genießen können und nicht den ganzen Tag damit verbringen aufzuräumen und zu kochen. Bezieht hier lieber Hilfe und Unterstützung von Freunden, Bekannten und euren Familien. Das heißt, äußert explizit eure Wünsche beziehungsweise Bedürfnisse zu benennen. Lasst euch bei Besuchen Essen mitbringen oder euch bekochen. Denn auch eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist im Wochenbett unheimlich wichtig, um wieder zu Kräften zu kommen. Und ganz wichtig: weder ihr selbst noch euer Zuhause müssen für Besucher tiptop zurechtgemacht aussehen. Am Anfang kommt womöglich sowieso nur der engste Kreis vorbei und sicherlich ist es diesen, euch sehr nahestehende Menschen auch mal egal, wenn eure Haare nicht frisch gewaschen sind oder das Geschirr vom Vortag noch in der Spüle steht. Ein guter Grundsatz ist: jeder Besuch bringt etwas mit und erledigt eine Aufgabe im Haushalt 😉

 

 

UNTERSTÜTZUNG UND BETREUUNG?

Es ist definitiv ratsam, sich eine Hebamme zu suchen, die euch während des Wochenbetts betreut und am besten tut ihr das schon möglichst früh in eurer Schwangerschaft. Die Aufgaben der Hebamme sind auch nach der Geburt facettenreich. Zum einen beobachtet sie die körperlichen Vorgänge der Wöchnerin und ihren allgemeinen gesundheitlichen Zustand. Außerdem sorgt sie sich natürlich um das Neugeborene, beobachtet die allgemeine Entwicklung und das Wachstum, die Hautfarbe sowie das Trinkverhalten. In Bezug darauf wird eure Hebamme euch eine große Stütze beim Stillen und Füttern sein und euch wertvolle Tipps an die Hand geben und all eure Fragen rund um das Thema beantworten.

Ein weiterer wichtiger Aufgabenbereich neben den körperlichen Themen ist die emotionale Unterstützung der frisch gebackenen Eltern und vor allem der Frau. Wie schon erwähnt fahren eure Hormone Achterbahn, was manchmal ziemlich aufwühlend und auch überfordernd sein kann. Es kommen neue Aufgaben auf euch zu, bei denen vielleicht Unsicherheiten bestehen und ein professioneller Rat gewünscht ist. Der Mangel an Schlaf wird euch womöglich auch etwas auf euer Gemüt schlagen. Da tut es sicherlich gut, eine Stütze zu haben, die sich professionell damit auskennt, stärkende Worte für euch in der Situation findet und vor allem erkennt, wann es sich als Wochenbettdepression herausstellt und vielleicht sogar Handlungsbedarf besteht.

Anfangs wird eure Hebamme euch täglich besuchen, um euch so gut wie möglich zu unterstützen und um dafür zu sorgen, dass ihr und euer Baby euch wohl fühlt und gesund seid. Eine sehr gute Nachricht hierbei ist, dass die Kosten der Betreuung bis zum Ende des Wochenbetts, also 12 Wochen nach der Geburt, komplett von der gesetzlichen Krankenkasse getragen werden.

 

Das Wochenbett ist eine ganz wichtige und wertvolle Zeit für euch als Familie. Nehmt euch diese Zeit, hört auf euren Körper und genießt das Zusammenfinden als Familie! Um noch mehr über das Wochenbett zu erfahren, insbesondere um Besuch im Wochenbett, lest gerne unseren Blogartikel zu diesem Thema.

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